Offizielle Ausstellungseröffnung

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Bahnhofshalle des Nordwestbahnhofs, Ansicht Taborstrasse, eröffnet 1872

Freitag, 5. Oktober 2018
17:00 bis 23 Uhr
Aussstellungseröffnung und Führung mit Kurzvorträgen im Areal

Das Areal des Nordwestbahnhofs scheint trotz seiner Größe und innenstadtnahen Lage weitgehend aus dem Bewusstsein der Wiener und Wienerinnen verdrängt. Bevor das Areal des Nordwestbahnhofs einem neuen Wohnquartier weichen wird müssen, wird vom Verein Tracing Spaces in einer Ausstellung vor Ort die wechselvolle Geschichte und Gegenwart dieses letzten Innenstadt-nahen Logistik-Knotens einem breiteren Publikum in Erinnerung gebracht.

Die kleine historische und ethnographische Ausstellung dokumentiert die bedeutendsten historische Ereignisse von der Eröffnung im Jahr 1872 bis in die Gegenwart, insbesondere jedoch die illustren Zwischennutzungen am Areal die bereits mit Ende des ersten Weltkrieges eingesetzt hatten: die Bahnhofshalle fungierte als temporäre Schihalle, Filmdrehort und Ort für nationalsozialistische Propagandaveranstaltungen. Einen zweiten Schwerpunkt der Ausstellung bildet die unterschätzte Bedeutung dieses Ortes als Güterumschlagplatz. Daher werden hier mit Interviews vor Ort tätiger Logistik-Expertinnen, Fotos, Plänen und Modellen zur Baugeschichte sowie Artefakten aus dem Logistik-Alltag auch jene Unternehmen vorgestellt, die das Areal bis heute geprägt haben und prägen.

Eröffnung 17:00 mit Bezirksrätin Yvonne Rychly, Vorsitzende der Kulturkommission Brigittenau, und Mag.a Andrea Stangl, Vorsitzende der Kulturkommission Leopoldstadt

Führung ab 18:00 u.a. mit Vorträgen von Roswitha Burgstaller zur Propaganda-Ausstellung „Der ewige Jude“

Dank an: Wiener Stadt und Landesarchiv, Staatsarchiv der Republik Österreich, Filmarchiv Austria, ÖBB, WKO, sowie den privaten Leihgebern

Der Logistikknoten als (ethnographisches) Sammelgefäss

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Der Projektraum von Tracing Spaces am Nordwestbahnhof als Sammelgefäss im Feld integrierter ethnografischer Forschung © Foto: Wolfgang Thaler 2017

Dienstag, 23. Oktober 2018
15:30 bis 17:30

Eine Führung durch das Ready Made Museum des Filmausstatters Props & Co. und den Tracing Spaces Projektraum am Nordwestbahnhof

Der Wiener Nordwestbahnhof wurde 1872 rechtzeitig für die Wiener Weltausstellung als letzter großer Kopf-Bahnhof der Stadt eröffnet, dessen primäres Ziel die Verbindung zwischen Wien, Prag und Berlin und mit den Nordsee-Häfen von Hamburg und Bremen war. Mit dem Wegfall der Kronländer der Monarchie 1918 wurde der Personenverkehr radikal eingeschränkt und die Bahnhofshalle für Zwischennutzungen freigegeben. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Bahnhofshalle zur Gänze abgebrochen und das Areal als moderner multi-modaler Güterumschlagplatz mit Containerterminal entwickelt, der trotz seiner Bedeutung für den transnationalen Güterverkehr, seiner enormen Größe und Betriebsamkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt zur Gänze aus dem Bewusstsein der Wienerinnen und Wienern entschwunden scheint.

Bevor das Areal des Nordwestbahnhofs demnächst einem neuen Wohnquartier weichen wird müssen, wird in einem Projektraum vor Ort mit einer kleinen historischen und ethnographischen Ausstellung die wechselvolle Geschichte und Gegenwart dieses letzten Innenstadt-nahen Logistik-Knotens von Wien mit Interviews vor Ort tätiger Logistik-Expertinnen, Fotos, Plänen und Modellen zur Baugeschichte, sowie Artefakten aus dem Logistik-Alltag einem breiteren Publikum in Erinnerung gebracht.

Dabei dient der Projektraum als Kommunikations- und Sammelgefäß im Zentrum des Forschungsfeldes und die kontinuierliche Präsenz der Forscherinnen vor Ort als Strategie das Vertrauen von Expertinnen und Experten des Mobilitäts- und Logistik-Alltags zu gewinnen, durch deren Objekte und Narrationen sich die Ausstellung sukzessive verdichtet.

Das voll geräumte Lager von Props & Co., einem der Zwischennutzer am Areal, stellt hingegen ein großartiges Ready Made Museum dar, dessen äusserst dichte Sammlung von Artefakten aller Art, die für Filmausstattungen Verwendung finden, ein enormes Imaginationsarsenal darstellt.

Treffpunkt: Haltestelle Tabor der Straßenbahnlinie 5
Dauer der Führung: Ca. 2 Stunden

In Kooperation mit dem Volkskunde Museum Wien